1204-1669 n. Chr.
Venezianische Periode: Nachdem Konstantinopel beim 4. Kreuzzug der Franken und Venetianer im Jahr 1204 geplündert wurde, teilten sich die Eroberer die Überreste des byzantinischen Reiches. Ein Großteil fiel den Venezianer zu. Sie kauften dem König von Thessaloniki, Bonifazius von Monferrat, Kreta im August 1204 ab. Sie festigten ihre Herrschaft trotz starkem Widerstand Genuas. Sie führten ihre Gerichtsbarkeit, Regierung und das soziale System ein, angeglichen an ihr eigenes Land. Dabei lebten nur etwa 3500 Venezianer auf Kreta. Die Insel wurde in fast 200 Lehen aufgeteilt, welche an adlige Venezianer vergeben wurden. Diese mussten einen Teil der Ernten an Venedig abgeben. Heraklion hieß damals Candia. Die kretische Bevölkerung mußte hohe Steuern zahlen, die orthodoxe Kirche der lateinischen unterstellt. Zahlreiche blutige Revolten folgten, welche zu gewissen Zugeständnissen führten. Eine Revolte der Lassithi-Bauern führte sogar dazu, das die gesammte Hochebene entvölkert wurde und etwa ein Jahrhundert lang brach lag. Viele Griechen flüchteten nach dem Fall Konstantinopels (1453 durch das osmanische Reich) nach Kreta und es kam zu einer weiteren Blütezeit auch im künstlerischen Bereich. Die größten Stadte Chania, Rethymnon und Candia (Heraklion) entwickelten sich zu wirtschaftlichen und kulturellen Zentren. Die Gefahr durch die Osmanen wuchs ständig, sie beherrschten bereits das östliche Mittelmeer und griffen mehrfach Kreta an. 1645 landeten sie in Souda bei Chania und begannen mit der Eroberung.